Der Einfluss des Menstruationszyklus im Mannschaftssport - Was der Sport jetzt braucht
Die Professionalisierung bringt auch mehr Leistung, mehr Belastung und mehr Druck mit sich. Für Sportlerinnen bedeutet das immer noch ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Der Grund: Ein individuelles Trainings- und Belastungsmanagement muss den hormonellen Zyklus berücksichtigen. Die Studien dazu häufen sich, aber eine Herausforderung bleibt.
Autorin: Jana Hubel
Ich bin froh, immer wieder auf Publikationen wie diesen Artikel von Kurt Vogel, Brianna Larsen, Chris McLellan und Stephen P. Bird zu stossen, die auf Forschungslücken hinweisen und aufzeigen, wie wichtig es ist, den Zyklus in die Trainingsplanung einzubeziehen.
Hormonelle Schwankungen beeinflussen nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die Regeneration und das Verletzungsrisiko von Sportlerinnen. Was uns heute jedoch fehlt, ist eine systematische Herangehensweise, die auf wissenschaftlich fundierten Daten basiert. Dieser Artikel unterstreicht dies einmal mehr.
Warum die Ergebnisse früherer Studien zu stark voneinander abweichen
Die Herausforderung besteht darin, dass es keine einheitlichen Methoden und standardisierten Verfahren zur genauen Erfassung des Zyklus gibt. Viele Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, was auf die individuellen Unterschiede der Sportler zurückzuführen ist. Der Artikel unterstreicht, dass es erste Schritte gibt, die in die richtige Richtung weisen.
Es werden Empfehlungen für Tests und Analysen im Frauensport gegeben, die in den Trainingsalltag integriert werden können und den speziellen Anforderungen im Mannschaftssport gerecht werden. Diese Tests sind einfach durchführbar, praxisnah und orientieren sich an den physiologischen Anforderungen.
Besonders wichtig finde ich den Aspekt der Individualisierung.
Individuelle Ausbildungsplanung muss zum Standard werden
Jede Sportlerin hat ihren eigenen Zyklus und reagiert unterschiedlich auf hormonelle Schwankungen. Das bedeutet, dass generalisierte Ansätze im Leistungstraining oft nicht ausreichen, um das volle Potenzial auszuschöpfen oder Verletzungen vorzubeugen.
Genau hier setzen wir von KINEXON Sports mit unserem Ansatz an: Wir wollen durch gezieltes Training wichtige individuelle Informationen sammeln durch tägliche Erhebungen, sei es zu Symptomen, zur Zyklusphase oder zur Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln. Diese Daten werden dann mit äußeren und inneren Belastungsfaktoren kombiniert, um ein ganzheitliches Bild des Sportlers zu erhalten.
Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Was der Artikel von Vogel, Larsen, McLellan und Bird jedoch hervorhebt, ist die Notwendigkeit, diese Daten konsequent zu sammeln und weiterzuentwickeln. Der Weg zu einer wirklich individualisierten Trainingsplanung ist lang, aber die ersten Schritte sind getan. Wir müssen auf das Thema aufmerksam machen, damit es zum Standard in der Betreuung von Sportlerinnen wird.
Unser Tool „Demand Planner“ ist ein erster Versuch, diesem Bedürfnis in der Praxis gerecht zu werden. Es kombiniert individuelle Ziele auf Basis der bisherigen Leistung, des subjektiven Empfindens und der jeweiligen Zyklusphase, um die Trainings- und Belastungssteuerung zu optimieren. Die Vereinfachung auf vier Zyklusphasen ermöglicht es uns, auch im Mannschaftssport-Kontext auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, ohne die praktische Umsetzung zu erschweren.
Auslastungssteuerung mit Demand Planner
Wir brauchen mehr. Mehr Forschung. Mehr Daten. Mehr Standards.
Was fehlt noch? Mehr Forschung und Daten. Es ist ermutigend, dass immer mehr Studien zu diesem Thema veröffentlicht werden, die aber alle zum gleichen Ergebnis kommen: Individualisierung ist der Schlüssel. Doch gerade in Mannschaftssportarten ist die individuelle Trainingssteuerung eine große Herausforderung. Noch schwieriger ist es, pauschale Empfehlungen zu geben.
Unser Ziel ist es, unser Tool kontinuierlich weiterzuentwickeln, mehr Daten zu sammeln und eng mit unseren Teams zusammenzuarbeiten, um das Bewusstsein zu schärfen. Nur so können wir sicherstellen, dass die Athletinnen die bestmögliche Unterstützung erhalten.
Und die Zukunft? Ich hoffe auf weitere Studien und freue mich, dass dieses wichtige Thema immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Der Weg ist noch lang, aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Möchten Sie mehr über unsere Initiativen zur Leistungsmessung für Sportlerinnen zur Optimierung des Trainings erfahren? Kontaktieren Sie uns und sprechen Sie mit unseren Experten!